Die erste Herren des WTV hat zum Ende der Hinserie die Tabellenspitze aus den Augen verloren und droht, den Anschluss an Spitzenreiter SV Wissingen zu verpassen. Zwar beträgt der Rückstand der drittplatzierten Wellinger auf den SV derzeit „nur“ fünf Punkte, doch der Ligaprimus hat noch zwei Nachholspiele in der Hinterhand.

Leider konnte der WTV die (fast) lupenreine Herbstbilanz mit sechs Siegen und zwei Remis aus acht Spielen zum Ende der Hinrunde nicht mehr bestätigen. Im Gegenteil – wo man vorher auch bei schlechteren Auftritten das Glück und den Siegeswillen auf seiner Seite wusste, stürzte der WTV in den letzten Partien in eine waschechte Ergebniskrise. Einem ernüchternden 0:1 bei der Zweitvertretung der Sportfreunde Schledehausen, bei dem man Chancen für drei Spiele vergab, folgte ein unterdurchschnittlicher Auftritt gegen Wimmer/Lintorf 2. Zwar wurde die Partie knapp mit 2:1 gewonnen, doch der WTV zeigte nicht einmal im Ansatz die spielerische Überlegenheit, die man von einem Kreisliga-Absteiger erwarten kann.

Negativer Höhepunkt war in dieser Hinsicht jedoch das Auswärtsspiel bei Sultan Spor Bad Essen. Eine 60-minütige zahlenmäßige Überlegenheit nach einem frühen Platzverweis gegen Bad Essen konnte Welling zu keiner Zeit gewinnbringend ausnutzen und war den Gastgebern über weite Strecken sogar unterlegen. Zwei späte Tore sorgten dann für einen nicht unverdienten Erfolg der Heimmannschaft, nachdem der WTV auch einen Elfmeter nicht zu nutzen wusste. Mit den letzten beiden Partien der Hinserie konnte man im WTV-Lager dagegen wieder mehr oder weniger zufrieden sein. Das 1:1 gegen sich im Aufwind befindende Westerhausener sowie ein standesgemäßes 6:0 bei der dritten Mannschaft des SC Melle konnten die Wogen der schwierigen Vorwochen wieder ein wenig glätten.

Prägend für die Hinrunde des WTV waren neben den auffälligen Leistungsschwankungen vor allem die akuten Verletzungssorgen, die das Team seit Saisonbeginn plagen. Mit Max Lubberich fiel im Spiel gegen Wimmer 2 bereits der dritte (junge) Spieler einer schweren Knieverletzung zum Opfer und wird ähnlich wie Marvin de Vries und Micha Lemme in der laufenden Saison wohl nicht mehr zum Einsatz kommen. Darüber hinaus kommen Spieler wie Kapitän Steffen Ebker oder Nico Verch aufgrund anhaltender Beschwerden nicht in Tritt und ergänzen die Verletztenliste Spieltag für Spieltag.

Auch wenn man die schwachen Auftritte des WTV im Oktober und November damit keinesfalls entschuldigen darf, schränken die Ausfälle die Breite des Kaders enorm ein und machen die personelle Unterstützung aus A-Jugend und zweiter Mannschaft unabdingbar. Auch an dieser Stelle einen herzlichen Dank an alle, die der ersten Herren in diesen Wochen helfen, wenn Not am Mann ist! Denn noch vor Weihnachten stehen drei richtungsweisende Spiele an. Sollte das Wetter mitspielen, warten nach dem Derby gegen Gesmold 3 mit Wissingen und Riemsloh noch zwei Topteams auf den WTV. Gelingt es in diesen Spielen über die Grundlagen mannschaftlicher Geschlossenheit, über Einsatzbereitschaft und Kampf auch die spielerischen Möglichkeiten abzurufen, kann man in Welling mit drei möglichen Siegen sogar die Tabellenspitze wieder ins Visier nehmen.

Nachdem der WTV in der zweiten Kreispokal-Runde noch unglücklich am TuS Glane aus der Kreisliga Süd gescheitert war, setzte im Ligabetrieb eine Serie von acht Pflichtspielen ein, in denen die Mannschaft von Stephan Quatmann ohne Niederlage blieb.

Die direkten Aufstiegskonkurrenten aus Riemsloh und Vehrte konnte man jeweils durch ein Last-Minute-Tor von Marvin de Vries knapp besiegen – ohne dabei jedoch spielerisch wirklich zu überzeugen. So waren die zweite Halbzeit gegen Riemsloh und die erste Spielhälfte in Vehrte geprägt von Unkonzentriertheiten, Abwehrschwächen und Hektik im Abschluss. Die Unterschiede zum jeweils anderen Spielabschnitt in beiden Begegnungen sind kaum erklärbar und warfen zumindest zu diesem Zeitpunkt Fragen auf.

Auch der 3-1-Erfolg gegen die Zweitvertretung aus Borgloh und das darauf folgenden Remis beim SuS Buer (wiederum ein Tor in letzter Minute, dieses Mal durch Markus Prume) waren spielerisch kein echter Fingerzeig für die Aufstiegsambitionen des WTV. Doch insbesondere die Begegnung in Buer zeigte, welche Moral die junge Mannschaft beweisen kann, wenn es in die entscheidenden Phasen geht. Zweimal machte der WTV einen Rückstand wett und hielt die Konkurrenz aus Buer mit dem Unentschieden vorerst auf Abstand.

Weitaus ansehnlicher, weil torreicher, waren hingegen die folgenden Partien gegen Wimmer/Lintorf, in Bad Essen und gegen die zweite Mannschaft von Viktoria Gesmold. Einem fulminanten 9-0 gegen Wimmer, bei dem Marvin de Vries fünf Tore verbuchen konnte, ließ der WTV einen souveränen 4-0-Auswärtssieg beim Mitabsteiger aus Bad Essen und ein 6-0 im Derby gegen den Nachbarn aus Gesmold folgen. Erwähnenswert ist vor allem, dass die Defensive um Torwart Michael Klocke und Abwehrchef Thomas Münchow deutlich stabiler wirkte als noch in den Wochen zuvor und man mit drei Spielen in Serie „zu Null“ einen Lauf verbuchen konnte, den es seit gefühlten 5 Jahren nicht mehr gegeben hatte.

Diese Serie sollte jedoch im Dorfderby gegen die eigene Zweitvertretung reißen. Das 1-1 im ersten Vereinsduell dieser Art war nach einem zerfahrenen Spiel mit wenigen Torchancen zwar glücklich aber nicht unverdient für Welling II. Geplagt von Verletzungssorgen und sonstigen personellen Problemen musste die erste Herren auf Spieler aus der zweiten und dritten Mannschaft zurückgreifen und wusste auf schwer bespielbarem Untergrund der defensiven Grundordnung der „Zweiten“ wenig entegenzusetzen. Das 1-0 von Mathias Lührmann konnte Leon Hölscher noch egalisieren.

In den nächsten Spielen gilt es trotz personeller Engpässe das Tor- und Punktekonto weiter zu füllen, um den Anschluss nach ganz oben zu halten, ehe es zum Jahresende mit den Spielen gegen Wissingen und in Riemsloh noch einmal richtig heiß hergehen wird.

Nach dem vermeidbaren Last-Minute-Abstieg in der vergangenen Spielzeit bereitete sich die erste Herrenmannschaft des WTV in den Sommermonaten intensiv auf die neue Herausforderung in der 1. Kreisklassse vor. Da das Trainerteam und insbesondere der junge Kader in Kern und Struktur zusammenblieben, konnte man auf einer gesunden Basis das neue Saisonziel formulieren: Der Wiederaufstieg sollte es sein, waren sich alle einig.

Dementsprechend erwartungsfroh ging man in die Testspiele der Saisonvorbereitung. Einer müden Auftaktniederlage gegen Hankenberge-Wellendorf folgten einige vielverprechende Tests. Das 6:1 gegen den Bezirksliga-Absteiger TuS Borgloh und ein souveränes 2:0 gegen den Kreisliga-Neuling aus Neuenkirchen stachen dabei heraus. Doch auch bei der 2:4-Niederlage gegen Türkspor Melle und beim 1:1 gegen den NRW-A-Ligisten SC Füchtorf war die Leistung durchaus ansprechend und machte Hoffnung auf einen erfolgreichen Start in die Saison 2015/16.

Eben dieser erfolgte am ersten Spieltag, als die dritte Mannschaft des geliebten Nachbarn aus Gesmold an der Uhlandstraße gastierte. Zwar erwiesen sich die Gesmolder als zäher Gegner und boten einen Vorgeschmack auf das, was eine favorisierte, vermeintlich spielstärkere Wellinger Mannschaft in der Kreisklasse erwarten wird, doch konnte der WTV die Partie nach langem ideenlosen Anlaufen am Ende klar für sich entscheiden. Dem 1:0 durch einen Foulelfmeter von Steffen Ebker (herausgeholt vom „Comebacker“ Timo Hoffmann) folgten in den Schlussminuten ein Gesmolder Eigentor und ein Treffer von Nico Verch nach starker Vorarbeit von Matheo Röhr.

Schon zwei Tage später stand der nächste Gradmesser auf dem Programm, denn im Kreispokal waren die Sportfreunde Oesede in Welling zu Gast. In einem von Anfang an ansehnlichen und offensiv geführten Spiel ging der WTV durch ein Tor von Lukas Lamping in Führung – zuvor hatte Torwart Michael Klocke einen Foulelfmeter der Gäste pariert. Schon nach 45 Minuten hätten die Jungs vom Beutling klar und deutlich führen müssen. Doch die Tore durch Steffen Ebker (FE) und Max Lubberich fielen erst Mitte der zweiten Hälfte und sorgten für ein Resultat, das den Spielanteilen entsprach – verschwiegen werden soll hier natürlich nicht der Oeseder Anschlusstreffer zum 3:1 in der Schlussminute.

Das erste WTV-Auswärtsspiel in Wissingen sorgte in der Folge jedoch auch für die erste echte Enttäuschung der Saison. In einem umkämpften und verregneten Spiel konnten Markus Prume und Marvin de Vries den vorläufigen 0:1-Rückstand zwar drehen. Dennoch verlor der WTV die Partie noch 2:3, weil man in den letzten 20 Minuten zwei vermeidbare Gegentreffer kassierte und im Offensivspiel einfach zu fahrig und kopflos agierte. Der Gegner aus Wissingen war dabei keinesfalls übermäßig stark – doch Welling konnte über die gesamte Spielzeit nicht an den gegen Oesede gezeigte Angriffsfußball anknüpfen und musste den ersten Dämpfer der Saison verkraften.

1. Herren:

Sa, 11.07.2015 gegen SG Hankenberge/Wellendorf        14 Uhr Anstoß in Borgloh

Di, 14.07.2015 gegen TuS Borgloh                               19 Uhr Anstoß in Borgloh

Do, 16.07.2015 gegen TV Neuenkirchen                      19.30 Uhr Anstoß in Neuenkirchen

So, 19.07.2015 gegen SV Melle Türkspor                      16 Uhr Anstoß in Welling

Sa, 25.07.2015 gegen SpVg. Versmold                         17 Uhr Anstoß in Welling

Di, 04.08.2015 gegen SC Füchtorf                               19.30 Uhr Anstoß in Welling

1. Pokalrunde: Dienstag, 11.08.2015 19.30 Uhr zu Hause gegen SF Oesede

 

2. Herren:

Sa, 11.07.2015 gegen SC Melle II                               18 Uhr Anstoß in Melle

Sa, 18.07.2015 gegen SG Oesterweg II                      18 Uhr Anstoß in Oesterweg

Sa, 25.07.2015 gegen SC Herringhausen                     15.30 Uhr Anstoß in Herringhausen

In Herringhausen steht auch der Fupa-Speedshooter zur Verfügung!

 

3. Herren:

Sa, 18.07.2015 gegen SF Oesede III                            17 Uhr Anstoß in Oesede

Nach dem 2:2 Unentschieden am Freitagabend beim TSV Riemsloh war die Chance auf den Klassenerhalt noch kleiner geworden. Musste Bissendorf doch in Hasbergen verlieren, damit der WTV die Klasse halten würde. Da Bissendorf mit 3:1 die Oberhand behielt, steigt die 1. Herren nach 11 Jahren in der Kreisliga als Drittletzter in die Kreisklasse ab.

Das Spiel in Riemsloh hat nochmal gezeigt, dass die Mannschaft es diese Saison nicht geschafft hat, ein stabiles Kreisliga-Niveau zu erreichen. Unsicherheiten gepaart mit individuellen Fehlern führten immer wieder zu Gegentoren. Fußballerisch war die Mannschaft oft nicht in der Lage, sich genügend klare Möglichkeiten rauszuspielen. Gelang dies doch, wurden diese zudem häufig mangelhaft vergeben. So überrascht es nicht, dass gegen die ersten 9 Teams der Tabelle nur 5 Punkte geholt wurden, darunter war kein Sieg. Vielleicht hat man den Ernst der Lage auch nicht früh genug realisiert, stand man Ende 2014 mit 19 Punkten ordentlich da. In der Rückrunde gelangen dann aber nur 6 magere Punkte, zu wenig für den Klassenerhalt. Neben fehlender Qualität im Spiel kam dann zu häufig auch noch undiszipliniertes Verhalten hinzu. Nicht umsonst belegt die Mannschaft in der Fairnesstabelle den vorletzten Rang. So war der Abstieg am Ende das Ergebnis von vielen ungünstigen Faktoren, letztlich aber verdient.

Jetzt gilt es, sich auf die neue Saison und auch auf die neue Herausforderung Kreisklasse vorzubereiten. Dort warten viele gute Gegner, die man nicht im vorbeigehen besiegen wird – schon gar nicht mit solchen Leistungen wie denen der vergangenen Saison. Und wohl nur wenige Mannschaften werden gegen den WTV offen mitspielen. Man wird zumeist selbst das Spiel machen müssen, gutes Verteidigen wird in der Kreisklasse nicht genügen.

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